22.02.2010

Grußwort Ernst Fischer

Präsident des Deutschen Hotel- und
Gaststättenverbandes (DEHOGA Bundesverband)

Verehrte, liebe Frau Cramer,
sehr geehrter, lieber Herr Menge,
sehr geehrte Kunden und Freunde der Warsteiner Gruppe,
verehrte Gäste, liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich freue mich sehr, Sie zur Verleihung des Warsteiner Gastronomie-Preises an Mutmacher unserer Branche Willkommen heißen zu dürfen. Zum 16. Mal wird heute eine der bedeutendsten Auszeichnungen für Gastgeber aus Leidenschaft vergeben. Zum ersten Mal ganz offiziell unter neuem Namen. Ich danke Ihnen, liebe Frau Cramer, dafür, dass Sie die seinerzeit von der Herforder Brauerei initiierte Preisverleihung in dieser Form fortführen! Der Warsteiner Preis stellt die Leistungsträger der Gastronomie in den Mittelpunkt und hat Strahlkraft für die gesamte Branche. Er zeigt, dass sich Einsatz, Begeisterung und Leidenschaft für die Gastronomie lohnen!

Nur wenige Tage alt sind die Umsatzzahlen des Statistischen Bundesamtes für das vergangene Jahr. Die Gastronomie hatte 2009 erneut einen Umsatzrückgang von nominal 3,1 Prozent zu verkraften, preisbereinigt ist ein Minus von 4,9 Prozent aufgelaufen. Nicht nur, aber gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten brauchen wir Vorbilder. Hohe Qualität, Leidenschaft, Kreativität und großes persönliches Engagement sind auch in turbulenten Zeiten Erfolgsrezepte in der Gastronomie. Genau für diese Werte stehen auch die Nominierten des heutigen Tages:

  • Bernhard Reiser von Der Reiser Genussmanufaktur in Würzburg,
  • Martin Scharff von der Wartenberger Mühle in Wartenberg-Rohrbach,
  • Matthias Martinsohn vom CocoonClub in Frankfurt am Main
  • und Thomas Pieper vom Heaven in Münster.


Nominiert wurden Unternehmer, die beweisen, dass und wie man mit Kreativität, Mut und Freude an der Gastronomie Vorbild für eine ganze Branche sein kann. Es geht um Ideenreichtum, Persönlichkeit, betriebswirtschaftlichen Erfolg und stimmige Konzepte, mit denen Gäste dauerhaft an einen Betrieb gebunden werden. Der Preis würdigt aber nicht nur den individuellen Erfolg des Unternehmers, sondern steht gleichzeitig für die Anerkennung mittelständischer Leistungsfähigkeit. Er ist ein Ja zum Unternehmertum!

Damit sich engagiertes Unternehmertum auch auszahlt, kommt es auf die richtigen politischen Weichenstellungen an. Was wir brauchen, ist eine gute Wirtschaftspolitik auf der Grundlage der sozialen Marktwirtschaft. Eine Politik, die es uns ermöglicht, erfolgreiche Unternehmer zu sein. Erfolgreiche Unternehmer, die Arbeits- und Ausbildungsplätze in Deutschland schaffen und mit Leidenschaft vorbildliche Gastfreundschaft garantieren.

Das Ergebnis der Bundestagswahl im vergangenen Jahr hat uns optimistisch gestimmt. Die Zusagen und Ankündigungen im Koalitionsvertrag machen Hoffnung. Mit diesem Vertrag setzt Schwarz-Gelb erstmalig deutliche Akzente für die Tourismuswirtschaft in Deutschland – und damit für ihre Leistungsträger, die gastgewerblichen Unternehmer.

Den Worten müssen nun Taten folgen. An erster Stelle steht dabei natürlich das Thema reduzierter Mehrwertsteuersatz. Meine sehr verehrten Damen und Herren, die Mehrwertsteuersenkung alleine für Hotelübernachtungen war nie unser Ziel. Wir sind angetreten für die Herstellung von Steuergerechtigkeit für alle Betriebe der Branche. In den letzten Stunden der Koalitionsverhandlungen fiel die Entscheidung zu diesem umstrittenen Kompromiss, der insbesondere haushaltspolitischen Aspekten geschuldet war. Sieben Prozent für die Hotellerie verursachen einen Steuerausfall von einer Milliarde Euro, nur für Speisen wären es drei Milliarden Euro gewesen.

Keine Frage: Trotz breiter Kritik – dies war und ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Eine steuerliche Entlastung in dieser Größenordnung zumindest für einen Teil unserer Branche hat es noch niemals gegeben! Aber glauben Sie mir bitte, die große Enttäuschung der Gastronomen kann ich als Restaurantbetreiber sehr gut nachvollziehen. Denn eines muss auch gesagt werden: Ohne das Engagement der Gastronomen bei unserer Sieben-Prozent-Kampagne wäre es nie zu diesem Erfolg für die Hotellerie gekommen! Auch das muss den Hoteliers bewusst sein, wenn es darum geht, die neuen Handlungsspielräume verantwortungsvoll zu nutzen und die Steuerersparnis in den Wirtschaftskreislauf zurückzuführen. Und das tun sie: Trotz des medialen Gewitters – die Mehrwertsteuersenkung fängt an zu wirken: Die Hoteliers investieren, sie stellen neue Mitarbeiter und Auszubildende ein, können ihre Beschäftigten besser entlohnen, führen Qualifizierungsmaßnahmen durch und senken auch die Preise.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir lassen uns von dem politischen und medialen Gegenwind nicht entmutigen! Unsere Argumente für die Einführung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes für die Gastronomie besitzen weiterhin uneingeschränkte Gültigkeit. Der Koalitionsvertrag sieht eine generelle Überarbeitung des Mehrwertsteuersystems vor. Eine Kommission wird dazu eingerichtet. Seien Sie versichert, wir werden uns in diese sachlich und konstruktiv einbringen. Die Widersprüche bei der Besteuerung von Speisen, ob sie nun beim Bäcker oder im Bistro nebenan verzehrt werden, kann keiner mehr bestreiten. Lassen Sie uns jetzt solidarisch zusammenstehen! Gemeinsam können wir etwas bewegen. Es kam ja nicht von ungefähr, dass der reduzierte Mehrwertsteuersatz Eingang in die Wahlprogramme von FDP, CSU und Linke gefunden hat oder auch einzelne Landesregierungen wie Baden-Württemberg, Bayern oder Mecklenburg-Vorpommern die Forderung der Branche unterstützt haben.

Die Mehrwertsteuersenkung ist aber nicht unser einziges Thema. Gemeinsam mit der Brau- und Alkoholwirtschaft werden wir wachsam sein, wenn es darum geht, neue Reglementierungen und Verbote zu verhindern. Wir sagen auch Nein zu einem gesetzlichen Mindestlohn. Es kann ja wohl nicht sein, dass bei der nächsten Bundestagswahl über die Höhe eines Mindestlohns von acht, neun oder zwölf Euro abgestimmt wird!

Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich will Sie jetzt nicht mit allen 30 definierten Brennpunkten der Branche konfrontieren. Denn das steht heute hier an diesem wunderschönen Abend nicht im Vordergrund. Ich darf Ihnen versprechen, der DEHOGA wird sich auch weiterhin mutig und kreativ für die Belange der Branche einsetzen!

Denn ohne Engagement werden nur selten Erfolge gefeiert. Das gilt für uns als Verband und das gilt für jeden einzelnen Unternehmer. In diesem Sinne lade ich Sie herzlich ein, mitzumachen und sich einzubringen!

Wir brauchen positive und Mut machende Botschaften – wie die vom Warsteiner Preis und seinen zahlreichen Bewerbern. Deshalb danke ich allen, die sich beworben und dabei gezeigt haben, was möglich ist. In diesen Zeiten kommt es auch auf gute Partner an. Ich danke der Warsteiner Gruppe, ich danke Ihnen, liebe Frau Cramer und Ihnen, lieber Herr Menge von ganzem Herzen für Ihren großartigen Einsatz! Wir freuen uns, dass Sie das jahrelange tolle Miteinander der Warsteiner Brauerei und der Gastronomie jährlich mit der Vergabe des Warsteiner Preises krönen!

Nun will ich Sie alle nicht länger auf die Folter spannen, welcher der Nominierten die Jury am meisten überzeugen konnte und den Warsteiner Gastronomiepreis in diesem Jahr mit nach Hause nehmen wird. Lassen Sie sich überraschen und genießen Sie den Abend!

Vielen Dank.

 
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